Kino Welt

AUF DEN PUNKT

TOUBAB

CAMINO FILMVERLEIH

KINOSTART: 23.09.2021

 

Als der in Deutschland geborene Senegalese Babtou (Farba Dieng) nach drei Jahren Gefängnis aus der Haft entlassen wird, wird er von seinem Kumpel Dennis (Julius Nitschkoff) schon sehnsüchtig im Empfang genommen. Doch die Freude währt nur kurz. Als seine Willkommensparty außer Kontrolle gerät, wird Babtou wieder verhaftet.  Doch anstelle, das er wieder ins Gefängnis kommt, wird er abgeschoben. Babtou und Dennis versuchen ihn zuerst eine Frau für ihn zu bekommen, damit er diese heiraten kann und so zu bleiben. Doch als das scheitert, müssen die beiden zu einer anderen List greifen und eine „homosexuelle Heirat vortäuschen.

 

Toubab, ist ein senegalesisches Slangwort und bedeutet so viel wie „Weißer Mann“, eben das wofür Babtou in Senegal bezeichnet wird, weil er weder dort gelebt hat, noch die Sprache beherrscht.

In dieser Tragikomödie von Florian Dietrich, wird mit nachdenklichen Untertönen die deutsche Abschiebepraxis von (kriminellen) Ausländern beleuchtet. Doch kann sich der Regisseur leider nicht entscheiden in welche Richtung in welche Richtung dieser Film gehen soll. Zu plakativ, teilweise Schablonenhaft werden die Charaktere aufgezeigt. Auch ist die Handlung nicht stringend genug angelehnt und springt zwischen Komödie und Drama hin und her. Dabei können die beiden Schauspieler Farba Dieng und Julius Nitschkoff gar nichts dafür. Sie spielen geradezu hoch motiviert ihre Rollen und halten den Zuschauer bei der Stange. Auch Valerie Koch und Michael Maertens als Astrid Zeug und Horst Ruppert von der Ausländerbehörde verleihen diesem Film eine doch gehörige Portion Authentizität und erinnern mit ihrer sarkastisch-knochentrockenen Darstellung an den Film „Die Schweizermacher“ von 1978.

Auch die Filmmusik von Jakob Vetter ist sehr herausragend und treffend.

Der Film ist wie eine Wundertüte. Für die einen wird es eine Komödie sein, für die anderen eine Zustandsbeschreibung der hiesigen deutschen Abschiebepraxis. Da der Film vom öffentlichen Rundfunk „Totgefördert“ wurde, rate ich ihn lieber im Fernsehen zu genießen, anstatt dafür Geld zu investieren!!

jens oliver marcks