CONTRA
CONTRA
CONSTANTIN FILM
KINOSTART: 30.09.2021
Die arabischstämmige Naima (Nilam Farooq) ist eine vielbeschäftigte junge Frau. Da der Vater die Familie verlassen hat und ihre Mutter zwei Jobs hat, muss sich Naima um ihre beiden kleineren Brüder kümmern. Doch als erste ihrer Familie besucht sie die Universität um Jura zu studieren. Doch grade am ersten Tag kommt sie zu spät und wird von ihrem Professor, Richard Pohl (Christoph Maria Herbst), vermeintlich rassistisch beleidigt. Als von dieser Situation ein virales Video die Runde macht, ruft dies den Dekan Präsident Lambrecht (Ernst Stötzner) und den Universätsrat auf den Plan und so sieht sich Professor Richard Pohl einem Disziplinarverfahren gegenüber. Der Dekan schlägt dem Professor vor, um Pluspunkte vor dem Disziplinarausschuss zu sammeln, Naima für einen Debattierwettbewerb zu coachen. Aus der anfänglichen Abneigung der beiden wird mehr und mehr Vertrautheit, bis Naima erfährt, warum der Professor Pohl sie unter seine Fittiche genommen hat.
„Contra“ basiert auf dem französischen Roman und der Verfilmung „Le Brio“, der mit Daniel Auteuil und Camélia Jordana unter dem Titel „Die brillante Mademoiselle Neïla“ 2018 in die deutschen Kinos kam und auf dem „Pygmalion-Motiv“ von George Bernhard Shaw basiert.
Der Regisseur Sönke Wortmann schafft es mit seinem Schauspielerensemble, allen voran Christoph Maria Herbst („Stromberg“) und der Berlinerin Nilam Farooq eine ebenbürtige, ja sogar frechere und dramatischere Adaption des französischen Stoffes auf die Leinwand zu bringen. Christoph Maria Herbst setzt seine anfangs zynisch-verbitterte Rolle, ähnlich wie bei Stromberg, bis hin zum den Gefühlen öffnenden Professor Pohl um. Auch der Charakter von Nilam Farooq wird von der Schauspielerin großartig in Szene gesetzt.
Auch den Nebencharakteren haucht der Regisseur leben ein.
Nebenbei kann der Zuschauer noch etwas über die hohe Kunst der Argumentation lernen. Mit geschliffenen Dialogen wird der Zuschauer kurzweilig unterhalten.
Für Sönke Wortmann, ist „Contra“, nach „Der Vorname“ (2018) die zweite Adaption eines französischen Stoffs, indem auch Christoph Maria Herbst mitwirkte.
Fazit: Ein Film der das Publikum großartig unterhält und auch zum Nachdenken bringt. So sollten deutsch „Dramödien“ immer sein.

