Kino Welt

DIE SOMMERFERIEN

Mein Liebhaber der Esel und ich

Wild Bunch Germany

Kinostart: 22.OKTOBER 2020

 

Seit Wochen wartet die Lehrerin Antoinette Lapouge (Laure Calamy) auf die Sommerferien und auf unbeschwerte Ferien mit ihrem, leider verheirateten, Liebhaber Vladimir (Benjamin Lavernhe). Doch der versetzt sie und macht doch lieber Ferien mit seiner Frau und seiner Tochter. Enttäuscht, verärgert und auf Rache sinnend folgt sie ihn in auf den sog. Stevenson Weg durch die Cevennen. Zu diesem Zweck mietet sie sich einen eigenwilligen Esel, der sie anfangs zur Verzweiflung bringt und schließlich zu einem treuen Freund wird. Schnell macht ihre „Liebes-Geschichte“ die Runde unter den „Pilgern“ des Wegs. Als sie schließlich auf ihren Liebhaber und seine Familie trifft, kommt es zur Aussprache zwischen den Liebenden. Doch der Weg den einst Robert Louis Stevenson („Die Schatzinsel“) im Jahre 1912 gegangen ist um einer Geliebten nach zu trauern, hat auch Antoinette verändert und die Sicht auf ihr desolates Liebesleben.

Die französische Autorin und Regisseurin Caroline Vignal („Les autres Filles“, 2000), hat mit Antoinette dans les Cévennes“, („MEIN LIEBHABER, DER ESEL & ICH) so der Originaltitel des Films einen leicht-feinsinnig-famoses Lustspiel geschaffen, dass mit viel Esprit und guter Laune den Cineasten unterhält. Die Regisseurin greift in diesem Film auch die Sehnsucht des Menschen nach geistiger Reinigung und Selbstfindung des Ichs auf, den man durch eine Wanderung, ähnlich wie bei dem „Jakobsweg“, anstrebt. Dies trifft auch auf den Hauptcharakter „Antoinette“ zu, die durch ihre Wanderung durch die Cevennen, versucht ihren Hang zu ausweglosen Beziehungen zu entkommen. Der deutsche Titel „MEIN LIEBHABER, DER ESEL & ICH“ ist nach meiner Meinung nach etwas effekthascherisch und führt den Kinogänger doch etwas in die Irre. Die furiosen Aufnahmen der Landschaft der Cevennen regen, in diesen Zeiten in denen das Reisen sehr erschwert ist, die Fantasie und die Sehnsüchte der Zuschauer an. Sehr Empfehlenswert für de Liebhaber des leichten französischen Kinos.

Jens Oliver Marcks