DURCHBLINZELT
WILDE GRÜNE STADT
Marius Hulpe
(Dumont)
1960 wird der junge Iraner Reza als Spion nach Deutschland geschickt. Reza ist seiner Aufgabe nicht gewachsen und hat seine Probleme mit der Fremde, auch wenn er sich versucht etwas zu integrieren und in der schüchternen Clara einen anscheinend passenden Gegenpol findet. Doch viel mehr als eine Romanze kann die Beziehung nicht bringen, denn jeder ist zu sehr in seiner eigenen Welt gefangen, was auch die Geburt des Sohnes Niklas nicht ändert. Als im Jahr 1979 die Revolution live im Fernsehen übertragen wird, zerbricht Reza. Das Familienleben wird nun noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Marius Hulpe vermag gewaltige Zeitsprünge zu vermitteln, denn sein Roman erzählt, ständig wandelnd zwischen 1960 und 1980, mit ausgeprägten Worten, die Zeitsprünge verfolgen lassen und auch die unterschiedlichen Emotionen vermitteln können. Lesenswert, wenn auch an manchen Stellen ein wenig zu viel TV-Romantik durchblinzelt.

