ESSEN IM KINO
À LA CARTE-FREIHEIT GEHT DURCH DEN MAGEN
NEUE VISIONEN FILMVERLEIH
KINOSTART: 25.11.2021
Frankreich kurz vor dem Beginn der Französischen Revolution. In dieser Zeit war das Konzept des „Restaurants“ schier unbekannt. Die Armen und das Bürgertum aßen zu Hause und es gab quer durch das Land verteilte Poststationen, wo man nur das notwendigste an Essen bekam. Nur der Reisende aß auswärts.
Für den Adel hingegen war „Essen“ ein Statussymbol. Der Stellenwert eines Adligen hing auch unmittelbar von den Gelagen und den Künsten seiner Köche ab. Der talentierte Koch Manceron (Grégory Gadebois) ist es Leid immer nur das Gleiche für seinen Herzog von Chamfort (Benjamin Lavernhe) zu kochen. Gerne experimentiert mit Gerichten herum, sie zu verfeinern oder sie um weitere Nuancen des Geschmacks zu erweitern. Doch grade deswegen fällt er in Ungnade und wird entlassen. Zusammen mit seinem Sohn ziehen sie zurück in ihr altes verfallenes Haus und er schwört dem Kochen ab. Bis eines Tages die geheimnisvolle Louise (Isabelle Carré) auftaucht, die ihn bittet ihr das Kochen beizubringen. Nach einigen Zögern kann Luise ihn überreden ihr das Kochen beizubringen und ihn in ihren Plan sich an dem Herzog von Chamfort zu rächen. Gemeinsam eröffnen die beiden das erste Restaurant Frankreichs, bei dem À LA CARTE gegessen wird.
Nicht ohne Grund heißt es „ESSEN WIE GOTT IN FRANKREICH“!
Der französische Regisseur und Drehbuchautor Éric Besnard („Birnenkuchen mit Lavendel“, 2015)
hat mit „À LA CARTE-FREIHEIT GEHT DURCH DEN MAGEN“ ein amüsantes Sittenbild des Frankreichs in den Zeiten der aufkommenden Französischen Revolution geschaffen, in dem er im Kleinen aufzeigt wie sich das Bürgertum von der Bevormundung des Adels löst und sich schrittweise emanzipiert. Unterhaltsam ist auch die aufkeimende Beziehung zwischen dem „Bärbeißig-verbitterten“ Manceron und er starken Luise, die ihr eigentliches Geheimnis nur zögerlich preisgibt. Der heimliche Hauptdarsteller dieses Films ist „das Essen“ selbst. Der Regisseur hat darauf geachtet, dass das Essen auch authentisch zubereitet wurde. Alles wie es zu den Zeiten im 18. Jahrhundert verarbeitet und serviert wird. Dazu die Musik von Christophe Julien runden diese kulinarische Zeitreise durch eine von Umbruch geprägte Gesellschaft ab.
Dieses durchweg charmante und amüsante kulinarische Sittengemälde einer sich im Umbruch befindlichen Zeit, die letztlich an den vielen gesellschaftlichen Gegensätzen gescheitert ist unterhält nicht nur hervorragend, sondern macht auch Appetit auf gutes Essen und Trinken!
Jens Oliver Marcks

