GANZ LEICHT
DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT
VERLEIH: UNIVERSAL PICTURE GERMANY
KINOSTART: 12. JUNI 2025
Auf der abgelegenen Insel Berk lebt ein Wikingerstamm unter der Führung des Wikingerhäuptlings Haudrauf (Gerard Butler). Die Insel und ihre Einwohner werden von einer Horde Drachen tyrannisiert, die ihnen von Zeit zu Zeit die Nahrung stehlen und das Dorf verwüsten. Jeder der Einwohner möchte einmal ein „Drachentöter“ werden, auch der 17-Jahre alte Hicks (Mason Thames), der etwas ungeschickte Sohn des Häuptlings will dies auch mit seinen Erfindungen schaffen. Vor allem ist er deshalb erpicht, ein berühmter Drachentöter zu werden, weil er nicht nur seinem Vater stolz machen möchte, sondern er möchte auch der gleichaltrigen Astrid (Nico Parker) imponieren, die auch von dem großmäuligen Rotzbakke (Gabriel Howell) umworben wird.
Nach einem Angriff kann Hicks einen sagenumwobenen „Nachtschatten-Drachen“ mit einer seiner Erfindung vom Himmel holen, doch töten kann er ihn nicht. Die beiden freunden sich an und er gibt ihm den Namen „Ohnezahn“!
Hicks versucht, seinen Vater und die anderen Wikinger davon zu überzeugen, dass man mit den Drachen koexistieren kann, doch davon will sein Vater und die anderen Wikinger nichts wissen. Als mit seinen Kämpfern zu einer Mission aufbricht, die das endgültige Ende der Drachen bringen soll,
soll sich Hicks zum Drachentöter ausbilden lassen, all dies bringt den Jungen in Gewissenskonflikte.
Nachdem Disney nach und nach seine Zeichentrickklassiker, wie „Das Dschungelbuch (2016)“ „König der Löwen (2025), “Schneewittchen (2024)“ und zuletzt „Lilo & Stitch (2025)“ als Realfilmverfilmungen in die Kinos brachte, versucht es nun auch das Studio DreamWorks mit ihrem Erfolgs-Animationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht“ aus dem Jahre 2010 der „Maus“ gleichzutun.
Obgleich viele dieser Remakes eher redundant sind und sogar „glattgebügelt“ erscheinen oder sich nur vage an das Original halten, hat dies doch einen gewissen Reiz.
Als der kanadische Drehbuchautor und Regisseur Dean DeBlois zusammen mit William Davies die Buchreihe von Cressida Cowell erstmals für die Leinwand als Animationsfilm adaptierte wurde dieser Film, wie auch seine beiden Fortsetzungen, zu einem großen Erfolg.
Bei der Geschichte handelte es nicht nur um eine „Coming of Age-Geschichte“, sondern auch war sie eine Erzählung über Mut, Loyalität, Empathie, und vor allem, Liebe. Darüber hinaus schaffte es die Verfilmung, mit seiner einzigartigen Magie auch das etwas ältere Publikum zu überzeugen.
Nun 15 Jahre später, hat es der Regisseur Dean DeBlois geschafft aus seiner Animations-Vorlage einen wirklich schönen, actionreichen und emotionalen Film zu drehen.
Was in dieser Verfilmung funktioniert, sind nicht nur die „Drachen“. Vor allem sind es die Spezialeffekte, die für einige wirklich spannende Momente sorgen. Die Herangehensweise des Regisseurs an sein Werk erinnert in ihrer Ehrfurcht und Größe an „Jurassic Park“. Diese Kreaturen „Real“ auf einer riesigen Leinwand schweben zu sehen, ist voll und ganz das Eintrittsgeld wert. Gerard Butler verleiht seinem Charakter, dem er auch schon in den Animationsfilmen die Stimme lieh, Haudrauf, eine geerdete Intensität zu geben.
Auch der Hauptdarsteller Mason Thames, der den „Hicks spielt, bringt wahre tiefgründige Emotionen mit in den Film ein und kann in seiner Rolle vollends überzeugen und macht dieses Remake zu einem emotionalen Film.
Natürlich kann auch die restliche Besetzung, wie Nebendarstellerin Nico Parker (als Astrid), Gabriel Howell (Rotzbakke), Julian Dennison (Fischbein) und Nick Frost (als der stets zuverlässige Grobian) in ihren Rollen überzeugen.
Sie alle verleihen dem Film eine gewisse Tiefe, und die Kulissen und die Musik erwecken die Geschichte hervorragend zum Leben, auch wenn die Farbpalette des Films gedämpfter ist als die des Zeichentrick-Vorgängers.
Es herrscht eine mystische kinetische Energie, die vielen dieser Remakes fehlt, und DeBlois’ Verdienst ist es, dass das Drehbuch dem Original weitgehend treu bleibt. Die bekannten Witze und Handlungsstränge suggerieren eine „Wenn es nicht kaputt ist, repariere es nicht“-Mentalität!
„Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein wunderschön konzipiertes visuelles Fest, gedreht in Island, Schottland und den Färöer-Inseln. Die Flugsequenzen sind umwerfend, und die Musik von John Powell, der als Komponist der Trilogie zurückkehrt, ist lebendig und mitreißend.
Für den Regisseur Dean DeBlois und das gesamte Filmteam geht es auch gleich weiter, denn nach und nach wird die gesamte Animationsreihe als Realverfilmung „fortgesetzt“! jens oliver marcks
