HONEYGLAZE
Eine dreißigminütige YouTube-Live-Session, die in der Garage ihres engen Freundes Fran für das „FarmFest 2020“ aufgenommen wurde, ließ im August selben Jahres Produzent Dan Carey und seine Labelfreunde von Speedy Wunderground (Tiña, Squid, Black Country New Road) aufhorchen. Honeyglaze, die sich ein paar Monate vor der ersten Lockdownwelle in London gründeten, sind dabei auf den ersten Blick eine Gruppe, die mit dem Zufall, der Zeit und dem synergetischen Schicksal auf eine Weise spielt, wie es nur wenige andere tun können.
In der Gesellschaft von Carey und seinem Team ließen sich Honeyglaze, bestehend aus der Sängerin und Gitarristin Anouska Sokolow, dem Bassisten Tim Curtis und Drummer Yuri Shibuichi, in ein völlig neues Universum einführen – eine Welt, die mit langen, schweißtreibenden Nachmittagen und totaler kreativer Freiheit gefüllt war. Eine deutliche Steigerung gegenüber der bisherigen Routine in Yuris Schlafzimmer zu schreiben, zu proben und aufzunehmen.
Dabei beschreibt die Band dieses als „Gegenteil eines Konzeptalbums“, welches das Wer, Was, Wo und Wie ihrer individuellen Umstände klanglich einfängt und zu einem Ganzen zusammenfügt. Wie bei allen guten Selbstreflexionen ist Honeyglaze eine Gelegenheit, drei Fremde auf ihre eigene Weise kennenzulernen – während sie sich selbst und den immer größer werdenden Kreis um sie herum in knapp vierzig Minuten erforschen.
Dabei klingen die Songs Mal luftig leicht und versprühen unbeschwerten, charmanten Indiepop-Appeal, um dann doch in einen drückenden Existenzialismus á la Julia Jacklin umzuschwenken. Zu keiner Zeit jedoch verliert die Band weder ihre musikalische Dringlichkeit, noch die Direktheit, mit welcher das Trio Themen wie Eifersucht und Unzulänglichkeit, toxische Beziehungen oder den intensiven Geruch von Kaffee auf der Kleidung behandelt.
Dabei mischen sie das Persönliche mit romantischen Idealen auf eine Art und Weise, die gleichzeitig herzzerreißend und humorvoll ist. Es gibt keinen einheitlichen Weg für Honeyglaze, deren größte Fähigkeit darin besteht, das, was zwischen den Zeilen geschrieben steht, in Momenten von wunderbar versierter Klarheit zu präsentieren. Das Album ist Storytelling in seiner gefühlvollsten Form und präsentiert den menschlichen Instinkt auf eine Art und Weise, die all die Unsicherheiten akzeptiert, die aus einer nicht endenden Jugend stammen, während es auch die Reife anerkennt, das Unbekannte unserer Zukunft anzunehmen.
Aus dem kommenden Album haben Honeyglaze haben bislang die Songs „Burglar„, „Creative Jealousy“ und „Shadows“ veröffentlicht

