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MEHR ASCHE ALS FEUER

AVATAR 3: FIRE AND ASHES

VERLEIH: WALT DISNEY GERMANY

KINOSTART: 17. DEZEMBER 2025

 

Nach dem Tod von Neteyam (Jamie Flatters), dem Sohn von Jake (Sam Worthington) und Neytiri (Zoe Saldaña), versucht die Familie, ihre Trauer so gut wie möglich zu verarbeiten. Die beiden leiblichen und die beiden adoptierten Kinder bleiben zurück.

Lo’ak (Britain Dalton) steht vor der größten Herausforderung. Er gibt sich die Schuld am Tod seines Bruders. Nur seine enge Beziehung zu den besonderen Tulkun (den Walähnlichen Geschöpfen auf Pandora) scheint ihm Trost zu spenden. Spider (Jack Champion), der Mensch unter den Na’vi, ist sowohl der Sündenbock, der alles Schlechte verkörpert, als auch der Schlüssel zu jeglichem Verständnis zwischen den Spezies. Für Kiri (Sigourney Weaver), die als erlösende Messiasfigur mit übernatürlichen Kräften gilt, ist es die beschwerliche Aufgabe, die einzig mögliche Erlösung jenseits der Zeit zu finden. Vielleicht in der Ewigkeit.

Derweil versuchen die Menschen weiterhin Pandora zu kolonisieren und auszubeuten. Während der verstorbene Colonel Miles Quaritch (Stephen Lang) im Körper eines Na’vi weiterhin auf der Seite der Menschen kämpft und auf der Suche nach seinem verschollenen Sohn Spider ist, schließt er eine Allianz mit einem weiteren Volk auf Pandora: Dem finsteren Aschevolk unter der Führung von Varang (Oona Chaplin), die sich in ihrem tiefen Groll gegen ihresgleichen mit den Menschen verbünden, denn sie haben die Bindung zur Urmutter von Pandora schon seit jeher aufgegeben.

Als Spider durch Kiris Kräfte die Fähigkeit erlangt ohne Sauerstoff auf Pandora zu atmen, sind die menschlichen Kolonisatoren plötzlich auch hinter ihm her. Sie sehen nun in ihm den Schlüssel zur menschlichen Kolonisation von Pandora.

Als die menschlichen Eindringlinge zu einem vernichtenden Schlag gegen die restliche Tulkun-Population ausholen wollen, müssen die Land- und Wasser- Na‘vi gemeinsam gegen diese Übermacht kämpfen um Pandora zu retten.

 

16 Jahre nach „Avatar. Aufbruch nach Pandora““ und drei Jahre nach „Avatar: The Way of Water“ kommt nun der dritte Teil dieser fünfteiligen (?) Saga um den sagenhaften Planeten Pandora unter der der Regie von James Cameron („Titanic (1997)“) in die Kinos.

Und wieder ist es visueller Genuss, den der Meister des Box-Office-Kinos zelebriert. Hierbei setzt er dann auch auf altbewährtes und eigentlich sollte der Film dann auch ehrlicher „Avatar: The Way of Water 2“heißen.

Oberflächlich betrachtet versucht Cameron Pandora neu zu inszenieren, als einen Ort, der nicht mehr allein vom Staunen geprägt ist. Die beiden früheren Filme legten großen Wert auf Entdeckung, auf die Ehrfurcht vor etwas Unberührtem und Ursprünglichem. Hier wirkt Pandora gezeichnet, vernarbt, ja sogar feindselig. Dieser Tonwechsel verändert subtil die Funktionsweise der Filmreihe. Die Welt existiert nicht mehr, um bestaunt zu werden, sondern um zu überleben.

Auch die Inszenierung der Actionsequenzen hat sich merklich verändert. Während „The Way of Water“ fließende Bewegungen und ballettartige Kämpfe bevorzugte, setzt „Fire and Ash“ auf Chaos. Die Schlachten sind unübersichtlich, desorientierend und oft brutal. Cameron scheint weniger an eleganter Choreografie interessiert zu sein, sondern vielmehr daran, den Schrecken überwältigender Gewalt zu vermitteln. Die Gewalt, die sowohl von den Asche- als auch von den Himmelsmenschen verübt wird, ist besonders verstörend, nicht weil sie explizit dargestellt wird, sondern weil sie grausam und absichtlich wirkt.

Inmitten der chaotischen, dynamischen Actionszenen bleibt Zoe Saldaña das emotionale Rückgrat der Reihe. Ihre Darstellung von Neytiris Trauer ist von erschütternder Intensität, roh, wild und zutiefst berührend. Doch sobald ihre Momente vorbei sind, gerät sie in Vergessenheit. Der Film hat gelegentlich Schwierigkeiten, die vielen Handlungsstränge auszubalancieren. Da so viele Charaktere in unterschiedlichen emotionalen und physischen Welten agieren, geht die Dynamik manchmal auf Kosten der Tiefe. Der Film führt einige Handlungsstränge mit vielversprechendem Potenzial ein, nur um sie dann wieder fallen zu lassen, sobald die Handlung auf den nächsten Höhepunkt zusteuert.

Diese Probleme rühren, weniger von einem verschachtelten Drehbuch her, das nur den Anschein von Komplexität erweckt, obwohl auch das eine Rolle spielt, sondern vielmehr von der Belanglosigkeit oder Unfähigkeit der Figuren, auch nur einen kleinen Platz im Herzen des Zuschauers zu erobern. Anders ausgedrückt, und um es etwas weniger kitschig zu formulieren: So sehr sich der Film auch mit großen und tiefgründigen Konzepten wie Vergebung, Verständnis und Schuld auseinandersetzt, letztendlich bleibt nur ein monotoner Lärm übrig, der diesen riesigen und redundanten Apparat abstrakter Begriffe nicht verkörpert, sondern ihn lediglich symbolisiert oder repräsentiert.

Das Erlebnis an sich in diesem Film ist, wie eh und je, die Fantasie des Filmemachers selbst. Die perfekte CGI und perfekte Illusion eines gigantischen Epos!  Der Film, seine Handlung und die Geschichte die uns der Filmemacher erzählen will, wird von diesen imposanten Parametern hochgehalten und lassen den Zuschauer wieder und wieder staunen und täuschen gleichzeitig über das Banale der Geschichte selbst hinweg. Doch dieser Gigantismus und die Dauer des Films von 210 Minuten, können den Zuschauer am Ende doch auch eher  langweilen!?

Um Mitsprechen zu können, sollte man sich diesen Film schon ansehen, aber wenn nicht ist das auch OK! jens oliver marcks