NATURBURSCHE
Jetzt verwirklichte sich HEEN seinen Traum vom Soloalbum und legt ein Album vor, was seines Gleichen sucht. Während das Cover schlicht in Gelb gehalten nur seinen Kopf, mit dem lässig sitzenden Hut, zeigt, kommt die Überraschung schon beim ersten Ton. Das ist Soul Musik vom feinsten, vom aller Feinsten. Ein Album welches jeder Musikfan entdecken muss und garantiert nicht mehr aus dem Player oder vom Plattenspieler nimmt.
TO GO: Wie kam es zu der Auswahl des Covermotives?
Danke für die Glückwünsche! Das Cover sollte einfach nur mich in Natur zeigen. Ecken und Kanten, nichts glattgebügeltes. Einfach eine Vorstellung von „HEEN“.
TO GO: Das Cover macht ein wenig den Eindruck nach einem neuen Folksänger. Umso überraschender der erste Eindruck, beim ersten Ton. Liebst Du Überraschungen?
Irgendwie bin ich vielleicht auch ein Folk Sänger. Alle Musik, die ich liebe, ist im Grunde Musik der normalen Leute. Ohne Glamour, einfach eine Emotion. Dementsprechend ist es vielleicht gar nicht so eine Überraschung. Und die Blues Roots haben sich irgendwann in meinen Klamotten wiedergefunden und aus der Musik gehen sie auch nicht mehr weg.
TO GO: Wie bist Du an die Produktion gegangen?
Der Produktion geht ja die Vor-Produktion voran. Ich habe die meisten Tracks in meinem Proberaum geschrieben, einige gemeinsam mit meinem Produzenten Jan Niemeyer und einiges mit Yannick Richter, meinem Gitarristen. Alle Songs wurden vor der ersten Probe von mir eingespielt und vorproduziert. So kann man schon vor der Bandfassung ganz gut eine Stimmung transportieren, die die anderen dann aufsaugen und interpretieren können. In einer gemeinsamen Band-Vorproduktion haben wir dann die Songs geschliffen und jeder der Musiker hat noch seine eigene Note beigefügt, was für mich charmanter ist, als wenn ich einfach nur meine Ideen durchdrücke. Im Team wird einfach alles besser. Danach ging es ins Maarwegstudio2 in Köln. Dort haben wir dann mit Matthias Gamm und Jan Niemeyer die Instrumental-Tracks eingespielt. Der Sound war dort schon wunderbar und durch das gemeinsame Aufnehmen mit der ganzen Band ist es richtig schön lebendig geworden, finde ich. Das war mir besonders wichtig, weil jede/r in der Band eine geniale musikalische Persönlichkeit hat, die insgesamt erst den „HEEN“ Sound ausmacht. Die Vocals und Produktion haben dann Jan Niemeyer und ich in seinem Studio gemacht. Da kamen dann viele Chöre, Features und auch Effekte dazu, die dem Ganzen den letzten Schliff gegeben haben.
TO GO: Wie entstand die Vielfältigkeit auf dem neuen Album?
Ich denke, ich schreibe einfach so. Für mich ist Musik ein Reflektieren des Lebens. Und das ist ja nie gleich. Es gibt verschiedene Stimmungen, die mich bewegen und die ich dann in Songs umwandel. Dadurch kommt mit jedem Song eine eigene Färbung. Und es gibt so viele spannende Musik, die mich inspiriert, dass ich immer gerne etwas Neues ausprobiere, um eine Stimmung zu transportieren. Da variiert auch mal der Style. Obendrein ist für mich Soul heutzutage ein Sammelbegriff für ganz viele verschiedene Genres. Da ist der alte Motown/Stax Sound, aber auch der Funk von James Brown. Dann wiederum viel Blues in melancholischen Songs. Durch HipHop und den modernen RnB hat Soul für mich auch wieder einen neuen Anstrich bekommen. Neo Soul ist ja quasi die Melange aus dem 70er Soul und dem 90er Rap. D’Angelo ist da das beste Beispiel. Ich bediene mich gern vieler Elemente des Oberbegriffs „Soul“.
TO GO: Welches ist Dein persönlicher Lieblingstrack und warum?
Das ist echt schwierig zu sagen! Vielleicht ist es tatsächlich „Heart Attack“. Da hab ich mal etwas für mich Neues ausprobiert und das hat sehr viel Spaß gemacht. Außerdem bin ich total von der Performance von Marissa Möller begeistert, die dem Song einen herrlichen Farbklecks verpasst hat, den ich nicht missen möchte.
TO GO: Demotiviert es ein wenig, wenn man als Künstler weiß, dass man mit dem neuen Material erst einmal nicht auf Tour gehen kann?
Ja natürlich. Es ist schon deprimierend, sich so lange auf ein Album vorzubereiten und dann zuhause zu sitzen und es nicht mit dem Publikum teilen zu können.
TO GO: Worin besteht, in der aktuellen Situation, Deine persönliche Herausforderung?
Struktur, Struktur, Struktur. Normalerweise besteht mein Leben aus Schreiben – Aufnehmen – Tour. Der letzte Punkt ist dann das Endziel, auf das man auch mit den anderen Ebenen hinarbeitet. Da der wegfällt, muss man jetzt schauen, dass man eine neue Struktur findet, neue Wege und auch andere Endziele. Da fehlt dann manchmal die Power, die die Euphorie eines Konzerts erzeugt, das den Akku wieder auflädt und einem die Energie für alles Andere gibt.
TO GO: Wenn Du über die aktuelle Situation in der Welt nachdenkst, welcher Song kann Dich wieder motivieren?
Wenn ich über meine eigenen Songs nachdenke, wäre es „Be Alright“. Das ist für mich einfach eine schlichte und motivierende Message. Ich denke, es geht wieder mal um Zusammenhalt. Wir müssen aufeinander achten und gemeinsam einen Weg durch und aus dieser Krise finden. Als weiterer Song motiviert mich immer „All’s well that ends well“ von Theo Katzmann. Der Song erzählt eine sehr berührende Geschichte darüber, wie sich Dinge verändern und erstmal eine Traurigkeit erzeugen. Aber genau diese Dinge können im Nachhinein die Zukunft beeinflussen und neue Wege und Hoffnung erzeugen. Sollte man gehört haben, finde ich!
Vielen Dank
Sehr gerne!
Mehr Infos:
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