Kino Welt

NEUER AUFGUSS

DRACULA – DIE AUFERSTEHUNG

VERLEIH: LEONINE

KINOSTART: 30. OKTOBER 2025

 

Rumänien im 15. Jahrhundert: der Fürst Vlad II. (Landry Jones), verbindet mit seiner Frau, Prinzessin Elisabeta (Zoë Bleu Sidel), eine unsterbliche Liebe.

Doch als die Muslimischen Horden in sein friedliches Fürstentum einfallen muss er als Beschützer der Christlichen Kirche und im Namen Gottes gegen diese Invasion in den Krieg ziehen. Doch bei diesem Konflikt, wird seine Frau von den Invasoren ermordet und daraufhin nimmt er brutale Rache an den Mördern. Als Wiedergutmachung für seinen Dienst verlangt Vlad II. von der Kirche, dass sie seine Frau wieder aus dem Totenreich zurückholen. Diesen Wunsch kann ihn die Kirche nicht erfüllen, so dass Vlad II. der Kirche abschwört und sich dem Teufel zuwendet. Ein Fluch verwandelt ihn in ein Bluttrinkendes untotes Wesen, in den Vampir Dracula.

Nun begibt er sich über die Jahrhunderte auf Reisen um in der Ewigkeit, die ihm geblieben ist, seine Elisabeta wiederzufinden und um Erlösung zu suchen.

Vierhundert Jahre später bekommt er auf seiner Burg in den Karpaten Besuch von dem Anwalt Jonathan Harker (Ewens Abid). Als Graf Dracula das Foto von dessen Verlobten Mina (auch Zoë Bleu Sidel) sieht, erkennt er seine geliebte Frau wieder. Während Graf Dracula Johnathan Harker in seiner Burg gefangen hält, fährt er nach Paris um Mina zu verführen.

Doch Jonathan Harker kann sich befreien, kehrt zurück nach Paris und zusammen mit einem Priester (Christoph Waltz) kämpft er nun um das Schicksal und die Seele seiner Verlobten.

Der Regisseur und Drehbuchautor Luc Besson („Das fünfte Element (1997)“) bringt mit diesem Film seine Version von dem ewigen Vampir „Dracula“ auf die Leinwand. Er scheut die fantastischen Momente des Originaltextes nicht und lässt sich auch nicht davon abhalten, Situationen und Charaktere und sogar Draculas Schicksal zu verändern und anzupassen.

So haben wir beispielsweise anstelle von „Van Helsing“ nun einen (namenlosen) Priester, der Dracula im Namen Gottes jagen (oder vielleicht erlösen) will. Auch wie oben angedeutet, legt der Film größeren Wert auf den romantischen Aspekt der Geschichte. Der Graf ist ein überzeugter Anhänger der Liebe und Mina/Elisabeta ist die einzige Motivation für sein Handeln. „Dracula“ verdeutlicht dies durch eine Montage, in der das Paar küsst, Sex hat, isst, spielt und Spaß hat. Von der ersten Szene an zeigt sich, dass die Romanze zwischen Vampir und Mensch das emotionale Rückgrat der Handlung bildet.

Herausragend verkörpert Caleb Landry Jones, mit dem Besson in „Dogman“ (2023) zusammenarbeitete, die Figur des untoten Grafen Dracula.

Caleb Landry Jones, einer der interessantesten amerikanischen Schauspieler seiner Generation, ist perfekt in der Rolle des titelgebenden Vampirs. Er überzeugt sowohl als altersschwacher alter Mann (mit außergewöhnlichem Make-up und einer Frisur, die an Gary Oldmans Dracula erinnert (1992)), als auch in jüngeren und energischeren Momenten und verleiht seinem Dracula seinen ganz eigenen Stil. Er verleiht ihm eine spürbare Intensität, die mal verstörend, mal verführerisch wirkt, und lässt ihn mit seiner tiefen Stimme und seinem starken Akzent exzentrisch, aber nie karikaturhaft wirken.

Großartig wie immer auch der zweifache Oscar-Preisträger Christoph Waltz als Priester und Jäger Draculas

Dieser Dracula, ist nicht der Bösewicht des Films, sondern ein armer Mann, der weiter auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe umherirrt. Und als er glaubt, in einer Frau die Liebe seines Lebens, zu sehen, schreckt er vor nichts zurück, um sie für sich zu gewinnen.

Luc Besson hat wahrlich meisterhaft die Legende des Blutsaugenden Grafen Dracula neu interpretiert, inszeniert und der Romanfigur eine neue Facette hinzugefügt. jens oliver marcks