Kino Welt

NUN KOMMT ER

JAMES BOND-KEINE ZEIT ZU STERBEN

UPI

KINOSTART: 30.09.2021

 

Fünf Jahre ist es her, dass James Bond (Daniel Craig) in den Ruhestand versetzt wurde. Seitdem genießt er das Leben an der Seite seiner Verlobten Madeleine Swann (Léa Seydoux).  Doch diese Ruhe wird abrupt gestört als sein Stiefbruder und Kopf der weltweiten Verbrecherorganisation, Ernst Stavro Blofeld (Christoph Waltz), einen, aus seinem Gefängnis organisierten, Anschlag auf ihn unternimmt und Misstrauen zwischen den Liebenden sät. Bond weiß nun nicht wen er trauen kann und so trennen sich ihre Wege.

Jahre später, wird ein geheimes Chemiewaffenlabor des britischen Geheimdienstes CI5 überfallen und die tödliche Bio-Waffe „HERAKLES“ und der Wissenschaftler Valdo Obruchev (David Dencik) von einer unbekannten Terrororganisation entführt.  Sein Freund Felix Leiter (Jeffrey Wright) bittet Bond ihm bei einem Treffen um Wiederbeschaffung dieser Bio-Waffe zu helfen.  Als er deswegen nach Kuba reist, muss er mitansehen, wie mit dieser Biowaffe die gesamte Organisation von „Spectre“ ausgelöscht wir.  Als er zum CI5 zurückkehrt trifft er auf seine Nachfolgerin Nomi (Lashana Lynch), die die neue „007“ ist. Als er erfährt, dass er mit seiner ehemaligen Verlobten Madeleine eine Tochter hat, die der wahnsinnige Kriminelle Lyutsifer Safin (Rami Malek) entführt hat, nimmt er den Kampf gegen ihn auf um seine Tochter zu retten und „HERAKLES“ wiederzubeschaffen.

 

Nun endlich hat es der 5. Bond-Film mit Daniel Craig in die Kinos geschafft. Nachdem er eigentlich schon Ende 2019 in die Kinos kommen sollte und nun zum Retter der Kinowirtschaft hochstilisiert wird.

Die Produzenten haben von Anfang an mit diesen 5. Filmen mit Daniel Craig, ein sehr ambitioniertes Ziel angepeilt, da sie einen Spannungsbogen aufgebaut haben der nun mit diesem Film Enden sollte. Doch dieser Film ist eher ein „Goodbye“ an Daniel Craig und der Figur des James Bond selber.  Von Anfang hatte man den neuen James Bond als „woken“ und die Besetzung von Moneypenny und „Q“ als „Political Correct“ konzipiert. Vorbei der Macho-Bond der vergangenen Zeiten, der mit futuristischen Gadgets und flaxend sich durch seine Abenteuer schießt und Reihenweise Bräute dabei abschleppt. Nein, die Produzenten und Drehbuchschreiber versuchten „Back to Roots“ zu gehen, zurück zu Filmen wie, „Liebesgrüße aus Moskau“ im „Im Geheimdienst ihrer Majestät, „Feuerball“ oder Goldfinger mit Action und weniger Gadgets. Doch mit der Wahl der Diva Daniel „übelgelaunter Putin“ Craig“ taten sie sich keinen Gefallen, denn ein blonder Bond war recht Gewöhnungsbedürftig, die Mimik eher „sparsam“ und der Schauspieler an sich hatte nach dem vierten Bond auch keine Lust mehr weiterzumachen. Doch, statt sich die Pulsadern aufzuschneiden, wie es Daniel Craig angedroht hatte im Falle eines weiteren Bonds, nahm er dann lieber doch 90 Millionen „gute Argumente“ an und stieg wieder in die Produktion ein.

Der Film des Regisseurs Cary Joji Fukunaga ist mit seinen 163 Minuten der Längste Bond der es je auf die Leinwand geschafft hat. So fühlt er sich auch leider an. Nach dem bekannten Intro, diesmal färbt sich der Kreis in dem Bond erscheint nicht Rot, sind wir auch zeugen einer der längsten Einfürungssequenzen der Bond Filmgeschichte. Das Intro mit dem Titel-Song von Billie Eilish & FINNEAS, „No time to die“ ist auch sehr dezent gehalten, keine nackten Frauen, Blut und Waffen, also alles was Bond früher ausgemacht hat, man fühlt sich teilweise an die Traumsequenzen von Salvatore Dali aus dem Hitchcock-Film „Spellbound (1945)“ erinnert.  Als die eigentliche Handlung beginnt, wird der wohl berühmteste „Bond-Titel“, „We have all the Time in the World“ aus dem Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, Bond Fans erinnern sich, dass dort James Bond das einzige Mal geheiratet hatte (nämlich die Contessa Teresa „Tracy“ di Vincenzo, kurz danach von Blofelds Killern Irma Bunt erschossen wurde) eingespielt.  Dies sozusagen als Kontrapunkt zu dem Film Song „No Time to Die“, in dem es u.a. heißt „Are you death or Paradise?“, und man ahnt, dass es mit der gegenwärtigen „Idylle“ bald zu Ende sein wird.

Als es dann zu dem Anschlag auf das Leben von Bond kommt, darf er nicht nur durch die Lüfte mit einem Motorrad springen, nein er darf auch endlich wieder die altbekannten Gimmicks seines, ganz klassisch, Aston Martin zeigen und einsetzen.

Dann irgendwann erscheint dann auch ein Bösewicht mit dem vieldeutigen Namen „Lyutsifer Safin (Rami Malek)“ der sich bewegt wie „Dr. No aus „James Bond: Dr.No“ nur ohne Handprothesen dafür aber mit einem durch Gifte entstelltem Gesicht, der nicht nur eine vom CI5 produzierte Waffe stielt und nebenbei die gesamte Terrororganisation „Spectre“ eliminiert, nein er greift auch Bond persönlich an, indem er seine vermeintliche Tochter entführt.

Zwischendurch kommen immer wieder Flashbacks und weitere Handlungsstränge, die teilweise nicht zu Ende geführt werde. So mäandert sich die die Handlung 163 Minuten durch etliche Handlungsstränge bis hin zum ultimativen Ende. Es ist gut, dass ab und an das „Bond Theme“ von John Berry angespielt wird, denn würde man diese Musik nicht anspielen, könnte man meinen man säße in einem „Mission Impossible „, „Bourne- „oder „F&F“, „-Kingsman-„ Film. Diese Bond- Epigonen haben seit den letzten fünf Bond-Filmen doch die Marke Bond überholt und haben gezeigt wie es besser geht.

Auch der Oskar prämierte Schauspieler Rami Malek als „Lyutsifer Safin“ wirkt eher als ein farblos-erbärmlicher Abklatsch eines „Bond-Bösewichts“ und kann den Plot dadurch nicht retten, er trägt er zum Einschlafen bei. Auch die Story-Line, das Blofeld und Bond Stiefbrüder sind, ist an Lächerlichkeit nicht mehr zu überbieten und außerdem geklaut aus der „Austin Powers-Reihe“ („Goldmember (2002).

FAZIT: Als Abschluss-Film dieser für mich eher mediokren Reihe mit Daniel Craig ist „NO TIME TO DIE“ nur konsequent deswegen aber nicht gut! Er ist zu Lang, zu behäbig zu verquast und endet als „GZSZ-Verschnitt“ mit viel Taschentuch verbraucht. Es wäre schön, wenn am Anfang des nächsten Bonds, ja die Serie“ wird fortgesetzt, Pierce Brosnan erwacht, ähnlich wie damals bei „Dallas und Bobby Ewing, und die letzten fünf Bonds nur ein Albtraum waren.

Dieser Film ist eher verdrießlich und diese „Familienzusammenführung“ hat mich doch eher „geschüttelt“ als gerührt“!

jens oliver marcks