SCHAU MAL NEBENAN
NEBENAN
(Warner bros)
Kinostart: 15 Juli 2021
Der Schauspieler Daniel (Daniel Brühl) schein es geschafft zu haben. Er lebt mit seiner Frau und Kind in einem Loft in Berlin, er ist ein erfolgreicher Schauspieler der Europaweit bekannt ist und nun für einen US-amerikanischen Superheldenfilm vorsprechen wird. Kurz vor dem wichtigsten Casting seines Lebens trifft er in einer Eckkneipe auf seinen Nachbarn Bruno (Peter Kurth) mit dem er sofort ins Gespräch kommt. Im Gegensatz zu Daniel sieht sich Bruno als Verlierer der Wiedervereinigung und vor allem der Gentrifizierung in seinem Kiez. Bruno ist kein wohlwollender Fan, denn er konfrontiert den gefeierten Star mit der Tatsache, dass er ihn schon seit Längerer Zeit beobachtet und einige Indiskretionen mitbekommen hat, die dem Schauspieler in persönliche und berufliche Schwierigkeiten bringen könnten. Es beginnt ein mentaler Schlagabtausch der beiden.
Mit dem Film „NEBENAN“ hat sich der (wahre) international bekannte Schauspieler Daniel Brühl („Goodbye Lenin“ 2003) erstmals in den Regiestuhl gesetzt und auch gleichzeitig die Hauptrolle übernommen. Wie auch seine Schauspielkollegen Til Schweiger, Matthias Schweighöfer oder auch, leider etwas erfolglos Moritz Bleibtreu mit Psychothriller „Cortex“, versucht er sich künstlerisch weiter zu entwickeln und es ist ihm gelungen.
Dieses „Kammerspiel“ überzeugt nicht nur durch seine beiden starken Hauptdarsteller, Brühl und Kurth, sondern auch die Wahl der Location, eine typische Berliner Eckkneipe, verleiht dieser schwarzhumorigen „Dramödie“ ein besonderes Flair. Der Kampf dieser beiden unterschiedlichen Charaktere und ihrer persönlichen Hintergründe spiegelt die Probleme des heutigen Zusammenlebens in Zeiten der Gentrifizierung in den Berliner Kiezen wider. Darüber hinaus schafft es Daniel Brühl mit dem Drehbuchautor Daniel Kehlmann sich und seine (teilweise) reale Person augenzwinkernd in Szene zu setzen. Für mich ist Daniel Brühl im Moment einer der besten deutschsprachigen und international anerkannten, nach Lars Eidinger, Schauspieler die es momentan gibt.
Dieser höchstsympathische Schauspieler gefällt mir mehr und mehr und es macht einem Freude, ihm beim „Schauspielen“ zu zu sehen. Schönes „Kammerspiel“ mit dem Flair einer Berliner Eckkneipe-SEHENSWERT!
jens oliver marcks,

