NEWS WELT

SIE DENKEN ZU VIEL

Es ist leider so, aber die Kultur bleibt auf dem Trockenen. Auch wenn einzelne die Ersthilfen von Bund und Land angenommen haben, so sind 9.000€ ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Kette an geschlossenen Clubs sind ewig und vor allem trifft es dabei so viele Kleinst-Selbständige, die nicht einmal Hartz IV bekommen würden, wenn sie es beantragen. Und was hängt noch daran: Getränkelieferanten, Magazine, Tourmanager, Plakatierer etc. und alle kommen so schwer auf die beine, wenn überhaupt noch. Auch wenn wir gegen eine Öffnung der Clubs etc. sind, man hat ja gerade in Brasilien gesehen was passiert, so muss doch etwas getan werden. Und kommt nicht mit Beschränkung der Besucher, denn das funktioniert genauso wenig wie Abstandsregeln und Maskenpflicht bei einem Konzert.

Die SPD setzte erneut an und brachte gestern leider auch wieder nur Ideen auf den Plan, die aber keinen in der Branche weiterbringen.

Pressetext SPD

Vizekanzler Olaf Scholz hat angekündigt, Kunst und Kultur mit einem eigenen Konjunkturprogramm des Bundes massiv zu helfen. Dazu erklärt der Vorsitzende des Kulturforums der Sozialdemokratie, der Hamburger Senator für Kultur und Medien Carsten Brosda:

Ich begrüße die Ankündigungen des Bundes, Künstlerinnen und Kreativen mit einem eigenen Konjunkturprogramm zu helfen. Jetzt ist nicht die Zeit für Kompetenzdebatten zwischen Ländern und Bund. Jetzt braucht es ein umsichtiges Miteinander, um die nationale Kraftanstrengung zur Rettung unserer derzeit bedrängten kulturellen Landschaft gemeinsam zu meisten.
Schon bei den Soforthilfen und den Sozialschutzpaketen sind die Belange von Kunst und Kreativwirtschaft mit berücksichtigt worden. Denn natürlich musste denen geholfen werden, die wie die Kulturbetriebe mit als erste von den Einschränkungen zur Bekämpfung der Infektionswelle betroffen waren. Kommunen, Länder und Bund haben hier seit März viele wichtige Impulse gesetzt und sich um die Kultur gekümmert. Das muss weitergehen, denn es gibt viele Bereiche des kulturellen Lebens in denen wir von einem Normalbetrieb noch längere Zeit weit entfernt sein werden.
Aber es ist wichtig und richtig, auf die Spezifika des Kulturbetriebs mit eigenen Angeboten noch einmal gesondert einzugehen. Und es ist ein zuversichtliches Signal, diese Anstrengungen mit Konjunkturimpulsen zu verknüpfen.
Wir müssen jetzt vor allem einen Fokus darauf legen, die Produktion von Kunst und Kulturangeboten für die neue Normalität des Lebens mit dem Coronavirus zu ermöglichen. Denn natürlich findet Kunst oftmals in Situationen statt, die wir aus Gründen des Infektionsschutzes vermeiden müssen. Unser Ziel muss sein, so viel Kulturproduktion und Kulturerleben zu ermöglichen, wie es gemessen am Gesundheitsschutz verantwortbar ist. Dazu müssen wir auch neue Formate und Verbreitungswege ausprobieren und fördern. Bund, Länder und Kommunen müssen ihre diesbezüglichen Initiativen gut aufeinander abstimmen, um möglichst effektiv zu unterstützen.
Denn wir brauchen die Inspiration und Irritation, die Kunst in unseren Alltag bringen kann. Wir brauchen die Reflexionsräume und Diskussionsangebote, die unsere Kultur ausmachen. Kultur ist mehr als nur individuelle Zerstreuung. Sie ist auch nicht bloß systemrelevant. Kultur ist gesellschaftliche Arbeit am Sinn unseres Zusammenlebens. Darauf können wir gerade in Krisenzeiten nicht verzichten.

Leider alles zu c-williams