UNTERTAUCHEN
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Daisy Johnson
(btb)
Eine Mutter-Tochter-Geschichte hat immer etwas Langweiliges an sich. Warum das so ist kann ich nicht sagen, aber für mich zumindest einschränken, denn was Daisy Johnson geschafft hat, liest sich eher wie ein lebensnaher Thriller im Liebesgewand häuslicher (Un)Geborgenheit. 16 Jahre hat es gedauert bis Gretel ihre Mutter wiedersehen kann. Bei Pflegeeltern aufgewachsen, hat sie nie aufgegeben ihre Mutter zu suchen und doch nur um zu verstehen, was damals passiert ist. Auf der anderen Seite erinnert sie sich immer wieder an eine unbeschwerte Kindheit auf einem Hausboot. Doch da muss mehr passiert sein und während bei ihrer Mutter das Erinnerungsvermögen schwindet, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, um für quälende Fragen eine Antwort zu erhalten und wenn die Antworten noch quälender sein sollten. Doch vorsicht. Wer hier eine Geschichte vermutet, die irgendwann ins Happy End führt und die Liebe zwischen Mutter und Tochter wieder erblühen lässt, der wird eher verstört auf das Buch zurückblicken. Daisy Johnson macht das, was andere bei solcher Thematik nicht machen, sie lässt den Dingen ihren Lauf. Und so unberechenbar ist auch der Ausgang einer fesselnden Geschichte. Endlich mal ein Roman, der seine Lobeshymnen zu Recht bekommen hat.

