Kino Welt

WOCHENEND TIPP

OLD

(UPI)

Kinostart: 29. JULI 2021

Kurz vor ihrer Trennung möchte das Ehepaar Guy (Gael García Bernal) und Prisca (Vicky Krieps) mit ihrem 6-Jährigen Sohn Trent (Nolan River) und der 11-Jährigen Tochter Maddox (Alexa Swinton) ein letztes Mal zusammen in den Urlaub fahren. Aufgrund der fortschreitenden Krebserkrankung von Prisca möchte sie reinen Tisch machen und ohne ihren Mann weiterleben. Zu diesem Zweck fahren sie in ein abgelegenes Luxusressort und werden extravagant von dem Hotelmanager (Gustaf Hammarsten) begrüßt. Während sich Trent mit dem Sohn des Resortmanagers anfreundet, beginnen sich Guy und Prisca zu streiten. Der Hotelmanager lädt die Familie und weitere ausgesuchte Pärchen zu einem Tagesausflug an einem privaten Strand ein. Dort angekommen, entdecken sie die Leiche einer Frau, die angespült wurde. Dies ist aber nicht das einzige was merkwürdig ist. Als erste bekommen es die Kinder zu spüren, dass sie rapide altern. Auch die Erwachsenen merken das etwas nicht stimmt. Eine Flucht scheint unmöglich, denn, wenn man versucht die Bucht zu verlassen wird man ohnmächtig. Es scheint kein Entrinnen zu geben und nach und nach sterben alle Erwachsen und für die jetzt erwachsenen ehemaligen Kinder, wird die Zeit selbst knapp.

Der Film „OLD“ basiert auf der „Graphic Novel“ „Sandcastle“ von   Pierre Oscar Lévy und Illustrator Frederik Peeters. Kein geringer als der Regisseur du Drehbuchautor M. Night Shyamalan („The Sixth“ Sense“ (1998) /“Unbreakable“ (2000)) nahm sich dieser „Graphic Novel“ an. Leider schafft er es, wie bei seinen jüngeren Filmen, nicht die Spannung im Plot gleichmäßig zu halten. Viel zu oft ergötzt er sich in Kamerafahrten, in der weniger die Personen als die Landschaft im Mittelpunkt stehen. Die Charaktere bleiben nur Schemenhaft in Erinnerung. Ab und an, kann er den Zuschauer mit feinem „Bodyhorror“ doch wieder interessieren. Die Musik von Trevor Gureckis tut ihr Übriges dazu, das die Spannung das Publikum erreicht. Auch, wenn die „Auflösung“ des Films überraschend ist, kommt es wieso oft, zu einem „Erklärbar-Happy End“, der die aufgebaute Spannung für den Zuschauer in sich zusammenfallen lässt. Auch diesmal hat sich der Regisseur, wie in allen seinen Filmen eine kleine, diesmal etwas größere, Rolle in das Drehbuch geschrieben. Leider muss man konstatieren, je länger seine Auftritte werden, desto „belangloser“ werden seine Filme.

Wieder einmal hat M. Night Shyamalan einen Film gedreht, der seine Stärken und (immer größer werdenden) Schwächen beinhaltet. Er hat etwas Mystik, die durchaus reizvoll ist, und Bodyhorror genommen und versucht daraus eine Gleichmäßige Spannung zu produzieren. Leider verrennt er sich im Mediokren und verkrampft damit eher die Handlung. Mit dem „Erklärbar-Happy End“, das zu viele Fragen aufwirft, hat er der Spannung in diesem Film komplett den Garaus gemacht.

jens oliver marcks